Utha-Mena

Die Vollendung der Menschheit

Band 2 – Kapitel 1 – Die Kuppelstadt

Jeremiah saß im Hinterhof des Peusen. Der Club hatte geschlossen, seine Schicht war beendet. Genüsslich fingerte er an seiner Zigarette. Aber es wollte ihm nicht so gelingen wie er wollte.

„Hey Mann Jerry.“ hörte er plötzlich eine Stimme sagen.

„Für dich Jeremiah, Elmo.“ grunzte er und schnippte ohne aufzusehen ein paar Tabbackkrümel auf den Boden.

„Ja eh, Jeremiah . Wo ist Bob ich hätte gerne Stoff für nachher. Heute Abend, meine ich.“ Elmo zog die Nase hoch und räusperte sich. Erwartungsvoll starrte er auf Jeremiah, der immer noch auf dem Stein hockte und an der Kippe fingerte.

Sekunden vergingen. Elmo kratze sich an seinem kahlen Hinterkopf schniefte erneut und spuckte auf den Beton zu seinen Füßen.

„Boar Mensch du Pfosten lass das.“ ranzte Jeremiah ihn an.

Er schüttelte seine roten Locken, die ihm wild und unbändig die Schultern bis zu seinem Gesäß herunter fielen, sprang auf und blinzelte ihn böse mit seinen strahlend blauen Augen an.

„Tschuldigung.“ nuschellte Elmo. „Aber wo ist Bob, ich will was von ihm kaufen.“

„Keine Ahnung,“ erwiederte Jeremiah genervt „Nicht da.“

„Aber er ist schon seid fast einer Woche nicht da. Wo ist er denn und wann kommt er wieder?“ nuschelte Elmo geknickt.

„Na und du hast doch immer Stoff von mir bekommen, wenn Bob nicht da war.“

„Ja, aber so lange war er noch nie weg. Wo ist er denn?“

Jeremiah war genervt „Ich habe keine Ahnung, er hat was von seinem Vater gefunden genuschelt und sagte er müsse jetzt mal weg. Wann er wieder kommt hat er nicht gesagt. Das war an dem einen Abend wo das Konzert war. Erinnerst du dich noch?“ maulte er.

„Ja klar die waren richtig gut, die Jungs.“ ereiferte sich Elmo.

„Hör zu komm nachher rein in 2-3 Stunden  dann hab ich das Mana für dich. Für jetzt ist Schluss ich geh schlafen. Hab den Laden eben zu gemacht.“ erklärte Jeremiah und schob sich an Elmo vorbei.

„Na-na gut .“ grummelte Elmo.

Doch das hatte Jeremiah kaum noch gehört. Er war durch den versteckten Hinterausgang in den Tunnel getreten und durch die Lagerhalle wieder ins Freie hinaus geschlüpft.

In ihm brodelte es. Wo war Bob nur abgeblieben? Er konnte sich nicht daran erinnern, dass er je den Schutz der Kuppelstadt Silverlight-Citty verlassen hatte. Draußen in der Out-Zone war es gefährlich. Nicht nur die Strahlung war dort übermäßig hoch, sondern die Zone bevölkerten auch alle Diejenigen die meißt keine guten Absichten hatten. Als er vor 5 Jahren hier her kam, war er einer von diesen. Draußen in der Out-Zone überlebte man am besten wenn man sich in den Flüsternden Wäldern versteckte. Jedoch war man nicht allein. Blinker trieben sich dort herum. Sie waren brutal und rücksichtslos. Und man wurde entweder von ihnen gefunden und gezwungen, oder man schloss sich ihnen besser gleich freiwillig an. Jeremiah war irgendwo zwischen hier und da in der Out-Zone geboren. Doch er kannte seine Eltern nicht. Seine ersten Jahre hatte er bei Renee verbracht. Sie hatte ihn irgendwo gefunden und es nicht übers Herz gebracht ihn liegen zu lassen. Sie und ihre Familie bauten Erze ab. Südlich von Silverlight-Citty in den alten Mienen. Hier gab es eine kleine Siedlung in den Stollen wo sie einigermaßen sicher waren. Doch von Zeit zu Zeit kamen die Blinker und pressten Schutzgeld von den Siedlern. Manchmal kam es vor, dass sie einen von den jungen kräftigen mitnahmen und ihn zu einem von ihnen machten. Doch Jermiah war nicht kräftig. Er war auch nicht groß. Doch eines Tages beschloss er dazu gehören zu wollen.

Der Junge Mann schüttelte sich als er an die Zeit bei den Blinkern dachte. Sie hatte sein Leben geprägt und wie das Mal was sie ihm als Erkennungszeichen eingebrannt hatten, hatten sich auch die Erinnerungen tief in seinem Gedächtnis eingebrannt. Irgendwann hatte er dann beschlossen nicht mehr dazugehören zu wollen.

Als er dann endlich ohne Regestrierung durch die geheimen Wege nach Silverlight-Citty gelangt war. Fehlte ihm sein rechter Ringfinger und ein Stück von seinem linken Ohr. Und es war Bob der ihm wieder auf die Beine half. Er verschaffte ihm auch eine Regestrierung auf dem Schwarzmarkt, so das er sich in den unteren Clastern der Stadt frei bewegen konnte. Bob half vielen die aus den Out-Zones in die Stadt wollten. Denn wenn man nicht in einer der Metroplexstädte geboren war, hatte man keine Regestrierung und konnte die Stadt nicht auf normalem Weg betreten . Und wenn man doch einen Weg gefunden hatte in irgendein Slum am Rande der Stadt dann viel man spätestens dann auf, wenn man von einem ins andere Cluster wechseln wollte. Ohne Regestrierung kam man nicht durch die Checkpoints. Legale Arbeit oder Wohnraum finden war auch unmöglich. So lebten die Äußeren verborgen in den Slums der äußeren Cluster und versuchten meist mehr schlecht als recht zu überleben. Bob jedoch gehörte dem Underground an. Einer Bewegung die dafür kämpfte, dass alle eine legale Registrierung bekamen, die in einer Stadt unter der schützenden Kuppel leben wollten. Bob hatte ihm den Job im Peusen besorgt und zwischendurch  half er ihm dabei ein bisschen Glück zu verticken. Er war zu seiner rechten Hand geworden. Das dachte er zumindest, bis vor ein paar Tagen, als Bob einfach verschwunden war ohne ihm wirklich zu sagen warum und wohin. Jeremiah sprang über ein niedriges Geländer ging an den grauen Gestalten  vorüber. Die Sonne wollte heute nicht so recht durch das Kraftfeld der Kuppelstadt dringen. Es wird ein Sturm aufziehen. Dachte er und schlug die Kaputze seines grauen Pullis nach oben. Er erinnerte sich an diese Tage und Nächte außerhalb der Stadt, in denen er sich mit mehr oder weniger Bekannten  in Felsspalten drückte. Er war froh davor nun in Sicherheit zu sein. Hier in diesem Teil der Stadt in äußeren Clustern war es eng und die Wände nicht viel dicker als Wellblech und Pappe. Er bog in eine enge Gasse und in ein kleines Geschäft.

„Tafloshop“stand darauf. Er wollte etwas zu essen kaufen und evtl Batterien.

„Hey Ron. Hast du heute ein paar Batterien da?“ fragte er, als er den Laden betrat.

Ein stark untersetzter Mann drehte sich langsam um. „Du hast Glück sind eben welche rein gekommen.“ Der kleine Laden war vollgestopft mit Dingen die man vielleicht gebrauchen könnte. Die meißten waren repariert und wieder aufbereitet oder zweckentfremdet. Jeremiah ging an den gelöcherten Helmen vorüber die nun als Nudelsiebe verkauft wurden und griff in das Regal mit den Fertiggerichten. Taflo mit Tomate Käse Geschmack die mochte Lisa am liebsten.

Ohne dieses Wunderzeug wäre die Menschheit verhungert. Dachte er bei sich. Auch dieses Nahrungmittel verdankten sie so wie die Kraftfeldkuppel über ihnen den Utha-Menah . Doch nach dem großen Krieg waren sie verschwunden und hatten Ihre größtenteils zerstörte Technik für die  Menschheit zurück gelassen . Tadflo war eine Alge. Sie wuchs in jedem Wasser, egal wie verseucht es war. Mit dem Nebeneffekt das sie das Wasser auch reinigte. Und man konnte die damals hungernde Welt damit ernähren. Taflo gab es in allen möglichen Formen und Farben und mit der Hilfe von Aromen schmeckte die ansich geschmacklose Pflanze nach all dem was man haben wollte. Jeremiah nahm noch einige Tafloriegel , packte die Batterien und schmiss einige Sorts auf den Tresen. Plötzlich hörte er aufgebrachte Schreie von draußen. Irgendetwas ereignete sich auf der Straße. Eine weitere Person kreischte auf und er hörte ein Kind weinen.

„Was ist da draußen los?“ fragte er an den Ladenbesitzer gewandt.

„Ich habe keine Ahnung. War nicht ein Sturm angesagt?“ Ron trat hinter der Ladentheke hervor.

Jeremiah hatte ein ungutes Gefühl in der Magengegend. Das war er gehört hatte hörte sich an wie Panik. Und als er auf die Straße trat bot sich ihm genau das : in Panik geratene Menschen rannten wild umher suchten ihre angehörigen und Kinder, waren hilflos und angsterfüllt. Er kannte dieses Verhalten, denn er war eine lange Zeit Auslöser für so etwas gewesen. Schnell schüttelte er die Bilder aus seiner Erinnerung. Dann sah er sich um. Er beobachtete eine Frau, die mit aufgerissenen Augen zum Himmel starrte. Er folgte ihrem Blick. Da durchzuckte ein widerlich reißendes splitterndes Geräusch die Luft. Jeremiah hielt sich die Ohren zu und blickte hinauf. Der Himmel über der Kuppel Tanzte vor den Farben des Sturmes rot, blau und gelb. Jedoch sah er woher das Geräusch her kam. Ein Riss hatte sich in der Kuppel aufgetan. Sein Blick flog über die Kuppel zu der Mitte der Stadt, wo stetig und immer der Energiestrahl zu sehen war, der das Kraftfeld speiste und aufrecht erhielt. Doch an seiner statt war nun eine zittrige Säule zu sehen. Die Erde unter seinen Füßen begann leicht zu beben und die Säule wurde kurz blau grün.

„Scheiße!“ fluchte Jeremiah. Da begann glitzernder Staub vom Himmel zu regnen.

Er setze los. Sprang an den fliehenden Menschen vorbei.